Zum Inhalt springen

Hauptseite

Aus Simulakrum

SIMULAKRUM

Semiosis-Archiv • Dokumentation des "Vibe Shifts"

„Wir alle beobachten und erleben, dass politische Prozesse in einer Simulation von Macht und Demokratie enden."

Wozu dieses Projekt?

Wir alle beobachten und erleben, dass politische Prozesse in einer Simulation von Macht und Demokratie enden, während die eigentlichen Entscheidungen und wirklichen Beweggründe dahinter verschwinden. Das macht es besonders schwer, die epochalen Umbrüche zu verstehen und sich in ihnen zurecht zu finden. Das jedoch ist die Grundvoraussetzung dafür, politisch eingreifen zu können.

Das Projekt Simulakrum bringt die These vor, dass diese Art von Politik und das damit verbundene, passive, ohnmächtige und massenhafte "Ertragen" von Politik entscheidend zur autoritären Wende in praktisch allen Demokratien westlicher Prägung beiträgt. Das Ertragen schlägt in verhaltene, und mit der Zeit in artikulierte Wut um. Und die entlädt sich derzeit in rechtsextremen, quasi-religiösen Ideologien, politischen Parteien und politischen Führungspersonen.

Simulakrum möchte daher solche "Zeichen der Zeitenwende" festhalten, analysieren und dazu Interpretationen und Kritik entwickeln. Dabei will dieses Projekt das Vermächtnis des Semiosisblogs aufrechterhalten. Dieser war seit 2017 ein respektables zivilgesellschaftliches Projekt mit journalistischem Anspruch.

Heutzutage reicht es aber nicht mehr, die herrschende Berichterstattung nur mit dem Versuch einer besseren zu ergänzen. Dafür ist diese schlicht zu unkritisch und zu reflexhaft. Somit verstärkt sie oft nur das, worüber sie berichtet, statt es einzuordnen und verstehbar zu machen.

In einer Wiki-Gestalt möchte Simulakrum dem Zwang zum Tagesjournalismus sichtbar entkommen. Dabei werden nach Themen geordnete Einsichten aus dem Semiosis-Projekt auf eigenen Seiten zur Diskussion gestellt. Auf diese Weise entsteht ein thematisch sortiertes Archiv, um Hintergründe aufzuhellen, die zur autoritären Wende (dem "Vibe-Shift") geführt haben.

Simulakrum richtet sich an Menschen, die eine tiefere, philosophisch informierte Analyse suchen. Journalismus wird dabei als Teil politischer PR angesehen – und nicht (mehr) als eine kontrollierende „vierte" Gewalt. Dass der Journalismus so epochal versagt hat, gilt besonders für Österreich, das seit den 1990er Jahren ein Labor für die autoritäre Wende ist.

Das Semiosis Archiv

1. Russland: Liebe und Unterwerfung
Anatomie der Abhängigkeit
Fokus auf die strategische Gas-Abhängigkeit (OMV), den FPÖ-Freundschaftsvertrag und die Instrumentalisierung der Neutralität als Schutzschild für Kreml-Interessen. Wobei auch SPÖ und ÖVP so ihre eigenen Russland-Interessen hatten. Am Ende kommt dann so was, von so was.

2. Das Labor Österreich
Seit 1986 Dauerfeuer rechtspopulistischer Agitation, tausendfach medial verstärkt
Analyse der Inseratenkorruption, des „Fellner-Systems" und der Message Control. Dokumentation der Verschmelzung von Boulevardmedien und Regierungsmacht - und warum die FPÖ mit der Wut auf dieses System eine zweite Quelle für ihre Wahlerfolge hat.

3. Netzwerke & Türöffner
Grauzonen der Macht
Untersuchung von Political Intelligence und Lobby-Strukturen (Gusenbauer, Jakunin, Benko). Wie in Österreich ehemalige Spitzenpolitiker:innen als Türöffner und Brückenköpfe für ausländische Einflussnahme dienen.

4. Krieg und Frieden und Medien
Sprache der Zeitenwende
Reflexion über mediale Narrative in Krisenzeiten (MH17, Ukraine). Warum der Diskurs verengt wird und wie Desinformation aus den "alternativen Medien" im Mainstream landet.

In memoriam Thomas Nowotny (1937–2026), Diplomat und politischer Wissenschaftler, dessen Analyse zur Zeitenwende in diesem Dossier zu finden ist.

5. Gegen den Pandemierevisionismus
Das Vergessen als politisches Projekt
Die COVID-19-Pandemie wurde für beendet erklärt, während die Todeszahlen stiegen. In Ischgl lief die Saison trotz bekannter Infektionen weiter – die Semiosis-Recherchen (#ischglfiles) dokumentieren Tag für Tag das Versagen der Behörden. Paul Schuberth analysiert, wie völkisches Denken und eugenische Logiken in der Pandemie salonfähig wurden: Wer stirbt, war ohnehin schwach. Auf Wiener Intensivstationen wurde „versteckt" triagiert. Dieses Dossier arbeitet gegen den Pandemierevisionismus – gegen das gezielte Vergessen und Umschreiben dessen, was geschehen ist.

Hinweis: Klicken Sie auf die fettgedruckten Titel, um zu den detaillierten Zusammenfassungen und Quellenanalysen der einzelnen Dossiers zu gelangen.